Gemeindebrief Februar/März 2020
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Gemeindebrief April/Mai
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Liebe Gemeinde,
der Corona-Virus breitet sich zurzeit überall rasant aus. Drastische Maßnahmen werden getroffen, um diesen Prozess zu verlangsamen. Noch nie ist das dagewesen, dass die christliche Gemeinde gerade in Notzeiten auf den Gottesdienst verzichtet hat. Unserer Landeskirche und der sächsischen Staatsregierung stand vor Augen, was diese Einschränkung für Glaubende bedeuten wird, wenn die Feier des Gottesdienstes zum Schutz von menschlichem Leben verboten werden muss. Sehr gespannt war man nun, wie Glaubende darauf reagieren werden, wenn ihnen das Grundrecht auf Ausübung der Religionsfreiheit inmitten einer demokratischen Gesellschaft beschnitten wird.

 

In unserem Kirchenvorstand ist der Verzicht auf den Gottesdienst um dadurch Menschenleben zu schützen, bei denen eine Infizierung mit Corona-Viren lebensbedrohlich ist, ohne große Debatte angenommen worden. Hoffen wir, dass sich durch die angeordneten Maßnahmen die Ausbreitung der Krankheit verzögert und Behandlungskapazitäten einigermaßen ausreichen. Das bewusste Einhalten von Hygiene bleibt dabei der entscheidende Faktor. Gelingt es uns tatsächlich, Schlimmstes zu verhindern, können wir das als einen großen medizinischen, politischen und sozialen Erfolg werten. Wenn wir auch bereit sind, die wirtschaftlichen Folgen dieses enormen Kraftaktes gemeinsam zu tragen, wäre das ein Glanzstück von Krisenbewältigung.

 

Leider erleben wir aber auch, dass die Angst unseren Egoismus stärkt. Jeder ist sich selbst der Nächste. Das erleben wir im Supermarkt und an den innereuropäischen Grenzen. Der Angst, es reiche nicht für alle, muss wieder mehr Vertrauen entgegengesetzt werden. Aber wie kann das geschehen?

 

Unser Glaube an Gott, der sich mit Jesus Christus gezeigt hat, bestärkt unser Vertrauen zu einander. Das Gebet weitet unsern Blickwinkel. Schade, dass gerade jetzt der Gottesdienst fehlt.

 

Die Lebensmittelgeschäfte bleiben weiterhin geöffnet. Unsere Kirchen sind geschlossen. Jesus spricht: „Es steht geschrieben (5.Mose 8,3): ‚Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht‘" (Matthäus 4,4). Suchen Sie nach Gottes Wort beim Lesen der Bibel, der Losung oder eines Andachtsbuches. Achten Sie auch auf aktuelle Angebote und Hinweise auf dieser Website. Es grüßt Sie herzlich

 

Michael Heinemann, Pfarrer

 

Klingenberg, den 21. März 2020