Gottesdienste können zurzeit nicht gefeiert werden.
Das Sonntagsgeläut wird Sie aber an diese Zeit erinnern.

 

Ihre Pfarrer erstellen für alle Sonn- und Feiertage eine Andacht zum häuslichen Gebrauch.
Diese finden Sie nachfolgend. Sie können sie auch herunterladen und als Faltblatt ausdrucken.
Das Faltblatt kann durchaus auch an andere (ohne Internet) weitergegeben werden.

 

Unsere Landeskirche verweist auf folgende Angebote:

Eine Übersicht über die uns bekannten Livestream-Gottesdienste finden Sie hier: https://engagiert.evlks.de/mitteilungen/kirchliches-leben-in-zeiten-der-coronavirus-pandemie/

Zu Palmarum wird es 11:00 Uhr einen Livestream-Gottesdienst aus der Dreikönigskirche Dresden geben, in welchem Oberlandeskirchenrätin Margrit Klatte predigen wird.

 

In der Karwoche wird Landesbischof Tobias Bilz von Montag bis Mittwoch erneut jeweils um 18:00 Uhr eine Abendandacht halten, welche über Youtube und Facebook mitgefeiert werden kann.

 

Am Gründonnerstag lädt Landesbischof Tobias Bilz  um 17:00 Uhr zu einem Livestream-Gottesdienst ein, in dem er – gemeinsam mit den Menschen zu Hause – ein Agape-Mahl feiern möchte. Genauere Hinweise zur Vorbereitung des Mahls zu Hause werden noch gegeben.

 

Am Karfreitag wird um 10:00 Uhr ein ARD-Fernsehgottesdienst aus der Unterkirche der Frauenkirche in Dresden ausgestrahlt, an dem Landesbischof Tobias Bilz mitwirken wird. Zur Sterbestunde Jesu wird in unseren Kirchgemeinden das Geläut erklingen. Eine Andacht, welche beim Glockengeläut gehalten werden kann, wird hier im Download zur Verfügung gestellt.

 

Am Ostersonntag wird um 10:00 Uhr ein Ostergottesdienst mit Landesbischof Tobias Bilz aus der Nikolaikirche Leipzig im Livestream ausgestrahlt. Im Gottesdienst und den Wohnungen wird gemeinsam das Osterlicht entzündet und Taufgedächtnis gefeiert.

Die Feier der Osternacht in der Höckendorfer Kirche wird im FRM-Regionalfernsehen 7 Uhr, 17Uhr, 19 Uhr und 23 Uhr gesendet und kann unter www.frm-tv.de jederzeit mitgefeiert werden.

 

Am Ostermontag wird um 10:00 Uhr ein MDR-Rundfunkgottesdienst aus der Kirche in Dresden Leubnitz-Neuostra gesendet, welcher parallel auch über den landeskirchlichen Youtube-Kanal per Livestream übertragen werden wird.

 

https://www.youtube.com/user/evlksachsen

 

Andacht_05.04.2020.pdf
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Andacht für Sonntag Palmarum – 5. April 2020

 

Wochenspruch: Der Menschensohn muss erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben. (Johannes 3,14.15)

 

Lied
Jesus zieht in Jerusalem ein, Hosianna!
Alle Leute fangen auf der Straße an zu schrein:
I: Hosianna, Hosianna, Hosianna in der Höh! :I

 

Jesus zieht in Jerusalem ein, Hosianna!
Seht, er kommt geritten, auf dem Esel sitzt der Herr, Hosianna…
(Evangelisches Gesangbuch # 314)
(Im Gesangbuch finden Sie jeweils weitere Strophen zu den Liedern.)

 

Gebet
Jesus Christus,
Menschen haben dir zugejubelt
und dich dann doch allein gelassen.
Du wurdest gefoltert und getötet.
Wir erschrecken über die dunklen Möglichkeiten, die in uns sind.
Schenke uns Klarheit über uns selbst,
über unsere Zuneigungen und unsere Aggressionen.
Hilf uns um deiner Liebe willen. Amen.

 

Lesung aus Johannes 12,12-19
Als am nächsten Tag die große Menge, die aufs Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem kommen werde, nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und schrien: Hosianna! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König von Israel! Jesus aber fand einen jungen Esel und setzte sich darauf, wie geschrieben steht (Sacharja 9,9):Fürchte dich nicht, du Tochter Zion! Siehe, dein König kommt und reitet auf einem Eselsfüllen." Das verstanden seine Jünger zuerst nicht; doch als Jesus verherrlicht war, da dachten sie daran, dass dies von ihm geschrieben stand und man so an ihm getan hatte. Die Menge aber, die bei ihm war, als er Lazarus aus dem Grabe rief und von den Toten auferweckte, bezeugte die Tat. Darum ging ihm auch die Menge entgegen, weil sie hörte, er habe dieses Zeichen getan. Die Pharisäer aber sprachen untereinander: Ihr seht, dass ihr nichts ausrichtet; siehe, alle Welt läuft ihm nach.

 

Auslegung
Jesus zieht in Jerusalem ein. Die Menschen begrüßen ihn wie einen König. Der Wundertäter wird erwartet. Es wird erzählt, dass er sogar einen Toten auferweckt habe. Neugierig und erwartungsvoll sammelt sich die Menge. Manche vermuten, dass dieser Jesus sogar der Messias sei. Der große König Israels wird jetzt alles heil machen. Er wird sie von den Römern befreien, die ihnen das ganze Geld aus der Tasche ziehen. Die Menge begrüßt Jesus euphorisch mit Palmenzweigen und stimmt Jubelgesänge an.

 

Kennen ich solche Empfänge? Habe ich solche übergroßen Erwartungen schon von anderen gehört? Ertappe ich mich selbst dabei, von einem Menschen alles zu erwarten?

 

Mancher neuer Betriebschef wird so begrüßt worden sein, mit der Hoffnung, dass mit ihm heilvolle Zeiten beginnen, schwarze Zahlen und sichere Arbeitsplätze. Mancher politische Führer ist so begrüßt worden, oder hat sich gleich so begrüßen lassen: mit „Heil“ und seinem Namen und hat diese übersteigerte Erwartungshaltung der Menschen schamlos ausgenutzt.

 

In diesen Tagen fragen wir uns vielleicht auch, welche Erwartungen an Politik und Medizin im Blick auf unsere Gesundheit sind berechtigt und welche Erwartungen sind völlig überhöht.

 

Das Volk läuft auf die Straße voller Freude und Hoffnung. Selige Zeiten scheinen nun anzubrechen. Aber Jesus zieht auf einem Eselsfüllen in Jerusalem ein, als „Eselskönig“. Er kommt nicht mit Rüstung, hoch zu Ross als Reiter; er kommt in seinem staubigen Kleid, auf einem jungen Esel daher. Er ist müde. Er spricht, wie wir in der Geschichte gelesen haben, kein einziges Wort. Er weiß bereits um die Last, die er tragen muss. Womöglich durchschaut er die Massen, die zuerst jubeln und bald „Kreuzige ihn“ schreien. Wie verloren wird er sich in der jubelnden Menge gefühlt haben?

 

„Das verstanden seine Jünger zuerst nicht.“ Verstehen wir es denn? Wie kann der, der als Messias erwartet wird, so in der Hauptstadt auftauchen? Ist einer, der auf Gewalt verzichtet und mit den Feinden redet, denn geeignet, die Regierungsgeschäfte zu übernehmen? Wer ohnmächtig ist und nicht die Ellebogen benutzt, wird noch eins draufkriegen.

 

Wie geht es mir, wenn ich feststelle: Ich bin einem Menschen oder einer Menschengruppe nachgelaufen, die mich enttäuscht hat?

 

Ist unsere Enttäuschung darin begründet, dass wir manches Mal das Paradies von Menschen erhoffen, ja erwarten? Können sie denn wirklich den Himmel für uns auf Erden holen? Liegt unsere Enttäuschung daran, dass wir überhaupt all unsere Hoffnung auf Menschen setzen und nicht auf Gott?

 

Jesus kommt als „Eselskönig“, weil er nicht streiten muss, sondern ein anderer für ihn streiten wird. Er setzt all seine Hoffnung auf seinen himmlischen Vater. An diesen Weg Jesu, den Weg des unerschütterlichen Gottvertrauens, der durch tiefstes Leid führt, aber auf dem sich Gottes Herrlichkeit am Ende zeigt, werden wir zu Beginn der Karwoche erinnert. Auch für uns beginnt eine Leidenszeit. Was wird in der Corona-Epidemie noch auf uns zukommen? Wie wird das gehen: Gründonnerstag, Karfreitag und Ostern ohne Gottesdienst in unserer Kirche?

 

In diesen Tagen müssen wir neu lernen, aus dem zu leben, was Gott uns gibt und im Wissen um seine Liebe danach suchen, was er mit uns auf diesem Weg vorhat. Amen.

 

Lied
Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken,
mich in das Meer der Liebe zu versenken,
die dich bewog, von aller Schuld des Bösen
uns zu erlösen. (Gesangbuch # 91)

 

Fürbittengebet (hrsg.v. Gottesdienstreferat Universität Leipzig)
Wir halten dir unsere Herzen hin, Jesus Christus,
wir strecken dir unsere Hände entgegen.
Wir wollten dir entgegengehen,
wir wollten mit dir laufen
und hineinziehen in deine Stadt.

 

Aber wir können nur mit unseren Herzen zu dir kommen.
Nur unsere Sehnsucht ist auf dem Weg zu dir.
Nur unsere Gebete.
Sie sind alles, was wir haben.
So beten wir
für die Kranken,
für die, denen keine Medizin mehr helfen kann,
für die, die unter der Last dieser Tage zusammenbrechen.
Komm zu ihnen mit deiner Liebe und heile sie.
Höre uns.

 

So beten wir
für die Menschen,
die in Krankenhäuser und Pflegeheimen arbeiten,
in Laboren und Apotheken,
in Kitas und Supermärkten,
in Ämtern und Gemeinden.
Komm zu ihnen mit deiner Freundlichkeit und behüte sie.
Höre uns.

 

 

Wir halten dir unsere Herzen hin
und danken dir für den Glauben.
Wir danken dir,
weil wir zu dir und zueinander gehören.
Wir danken dir
für die Zeichen der Liebe und Verbundenheit,
für die freundlichen Worte,
für die Musik.
Wir danken dir für dein Wort und deine weltweite Kirche.
Wir wollten dir entgegengehen
und hineinziehen in deine Stadt.
Und wir erleben es:
Du gehst mit uns durch diese Zeit
Heute, in diesen Tagen der Passion,
und jeden neuen Tag.

 

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. AMEN.

 

Lied
Nun gehören unsre Herzen ganz dem Mann von Golgatha,
der in bittern Todesschmerzen das Geheimnis Gottes sah,
das Geheimnis des Gerichtes über aller Menschen Schuld,
das Geheimnis neuen Lichtes aus des Vaters ewger Huld.
(Gesangbuch # 93)

 

Segen
Es segne und behüten uns der allmächtige und barmherzige Gott
der Vater, der Sohn und der heilige Geist. Amen.

 

 

Pfarrer Michael Heinemann